Sonntag, 20. Juli 2008

Bremerhavener Festwoche 2008 - 2

Dampfboote


Lake Windermere Steamboat Museum
(Fotos: links Faltprospekt, rechts © Jürgen Winkler)

Vor vielen Jahren waren meine Frau und ich einmal im Urlaub in Nordengland.

Von unserem Urlaubsort war es nicht weit bis zum Lake District, einem Nationalpark mit vielen Seen - unter ihnen auch der größte See Englands: der Lake Windermere. Der See war früher in dieser Gegend die Hauptverkehrsader. Von der Küste an der Irischen See führte eine Eisenbahnlinie zum südlichen Ende des Sees. Güter wurden dort auf kleine Dampfboote verladen und zu den Orten transportiert, die rund um den See lagen. Für den Personenverkehr gab es kleine Dampfbarkassen und Yachten, die aussahen als hätte Jules Verne sie in einem seiner Romane beschrieben. Im Lake Windermere Steamboat Museum kann man einige dieser Dampfboote heute noch bewundern.




Ähnliche Dampfboote, wie ich sie dort gesehen habe, sind in diesem Jahr zu Besuch bei der Bremerhavener Festwoche, und man kann sie dort sogar fahren sehen. Für mich sind sie so etwas wie die heimlichen Stars unter all den "Spezialisten". Bei ihrem Anblick fühle ich mich irgendwie in die Zeit der 1880er bis 1920er Jahre zurückversetzt, als man noch mit jeder neuen technischen Erfindung unbedarft den Traum von der Beherrschbarkeit der Natur und einer rosigen Zukunft im Zeitalter der Technik und Wohlstand für die gesamte Menschheit träumte.

Dampfboote bei der Bremerhavener Festwoche 2008:

"Fluth"
Baujahr: 1897
Heimathafen: Bremen
Eigner: Peter Wadephul, Bremen

"Tide"
Baujahr: 1900
Heimathafen: Bremen
Eigner: Fritz Nuttelmann, Bremen

"Iris"
Baujahr: 1992
Heimathafen: Bremen
Eigner: Helmut Demski, Bremen

(Info: Festwoche Bremerhaven, Schiffsliste)


Bremerhavener Festwoche 2008 - Teil 1
Bremerhavener Festwoche 2008 - Teil 2

Samstag, 19. Juli 2008

Bremerhavener Festwoche 2008 - 1

Impressionen vom 18. Juli 2008 ...



















































Der Tag geht zu Ende ...



























(zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Die Bremerhavener Festwoche steht in diesem Jahr unter dem Motto "Spezialisten". Das sind Arbeitsschiffe im aktiven Dienst und "Oldtimer", die überiegend von Vereinen betrieben und in Stand gehalten werden. Zu sehen sind u.a. Schlepper, ein Feuerlöschboot, das ehemalige Dienstboot des Hafenarztes "Quarantaine", Das Feuerschiff "Elbe 1", ein Boot der Küstenwache, ein Tonnenleger, ein Taucherbasisschiff und viele andere. Ein weiterer interessanter Gast ist das Binnenschiff "Jenny", das zur Zeit mit einer Ausstellung zum Thema Mathematik an Bord als "MS. Wissenschaft" unterwegs ist. Die Schiffe können tagsüber während der "Open Ship" Zeiten besichtigt werden.

Für meinen Geschmack sind die Spezialisten allerdings dieses Mal etwas zu millitärlastig besetzt. Sicherlich sind auch Marineschiffe Spezialisten, aber der Zweck den sie möglicherweise einmal zu erfüllen haben ist sicherlich keiner, den man mit einer Festwoche feiern müsste.


Bremerhavener Festwoche 2008 - Teil 1
Bremerhavener Festwoche 2008 - Teil 2

Freitag, 18. Juli 2008

Time-Sharing



Manche Leute stellen ihre Ferienwohnung für die Zeiten, in denen sie diese nicht selbst nutzen, anderen Urlaubern zur Verfügung. Das heißt dann auf Neudeutsch "Time-Sharing". So wurde auch dieser Meisenkasten während dieses Sommers vorübergehend von anderen fliegenden Gästen bewohnt ...

(aufgenommen im Bremerhavener Stadtteil Lehe, Ortsteil Goethestraße)

Donnerstag, 17. Juli 2008

Haustüren



Wenn man durch die Wohngebiete abseits der Hafenstraße an den Häusern aus der Gründerzeit vorbeigeht, fallen an manchen Häusern die gepflegten und zum Stil der Fassaden passenden Haustüren auf. Es heißt, die Haustür und der Eingangsbereich des Hausflurs eines Hauses würden beim ersten Betreten einen prägenden Eindruck beim Besucher hinterlassen. Wenn das so ist, dann wird es sich in diesen Häusern wohl gut leben lassen.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Derzeit keine neuen Atomkraftwerke

In der Auseinandersetung um die längere Nutzung der Atomenergie rückt die CDU/CSU scheinbar von Maximalforderungen ab und spricht sich jetzt gegen den Bau neuer Atomkraftwerke aus. Für die CDU habe Herr Pofalla (CDU, Generalsekretär) das am 14. Juli in Berlin als "einvernehmliche Auffassung des CDU-Präsidiums" dargestellt.

Herr Huber (CSU, Parteivorsitzender) sagte, ein Neubau von Atomkraftwerken stehe "derzeit nicht zur Debatte". Wenn nicht "derzeit": Wann denn dann? Das hört sich jetzt aber ganz so an wie: "Autsch! Jetzt haben wir uns den Mund verbrannt. Servieren wir's dem Wähler lieber in kleinen Häppchen. Dann können wir uns nach der Wahl wieder mit dem 'Auftrag des Wählers rechtfertigen' und jede Menge neue Atomkraftwerke fordern."

Aber immerhin kündigte er im gleichen Atemzug schon einmal an, die CSU werde mit der Forderung nach "Korrekturen am Atomausstieg" in den bayrischen Landtagswahlkampf ziehen. Na, dann sollten zumindest die Menschen in Bayern schon einmal wissen woran sie sind, wenn sie - wie jedes Mal - auch dieses Mal wieder die CSU wählen.

Wieviele Atomkraftwerke gibt es doch gleich noch einmal in Bayern?

Genau: Fünf Stück sind es (Grafenrheinfeld, Grundremmingen B und C, Isar 1 und 2). Die anderen 12 noch im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke sind auf andere Bundesländer verteilt.

Und wo schlummern in Bayern doch gleich noch einmal die ganzen Endlager für Atommüll unter der Erde?

Richtig: Nirgendwo! Die sind alle beide in Niedersachsen (Schacht Konrad & Gorleben), wobei nur für "Schacht Konrad" eine Betriebsgenehmigung zur Endlagerung schwach und mittelstark strahlender Atomabfälle ab 2013 vorliegt, und Gorleben offiziell bisher nur als "Erkundungsbergwerk" geführt wird. Ach ja: Dabei fällt mir ein, das "Forschungslager" für Atommüll Asse-II, das bislang aus Sicht der Atomkraftgegner im Wendland "der Prototyp für Gorleben" war, hätte ich jetzt fast übersehen. Auch das ist in Niedersachsen, und was davon zu halten ist, dass haben wir ja erst kürzlich erfahren. Und was ist mit Gorleben? Ein Salzstock im Untergrund bei Gorleben war bzw. ist als Endlager für alle Arten von radioaktiven Abfällen vorgesehen. Dass das Deckgebirge über dem Salzstock zuverlässig genug ist, um Wasser auf Hunderttausende von Jahren von darin eingelagertem Atommüll fernzuhalten, wurde von Fachleuten örtlicher Initiativen immer wieder bezweifelt. Trotzdem ist die weitere Erkundung, die von Kritikern als verdeckter Ausbau zum Endlager betrachtet wird, seit dem 1. Oktober 2000 lediglich ausgesetzt.

Aber um noch einmal auf die CSU und ihre bayrische Atompolitik zurückzukommen: In Bayern wird also von 29% aller Atomkraftwerke in Deutschland weiterhin fleißig Atommüll produziert; wenn es nach Herrn Huber & Co. ginge bis zum St. Nimmerleinstag. Allein das Atomkraft Gundremmingen produziert zum Beispiel täglich 75 Kilogramm höchststrahlenden Atommüll, also mehr als 27 Tonnen pro Jahr. Mit den dadurch entstehenden (immer noch ungelösten!) Entsorgungsproblemen dürfen sich jedoch gerne zu 100% die Niedersachsen herumschlagen. Ach ja: Fast hätte ich vergessen die in diesem Zusammenhang äußerst aufschlussreichen Besitzverhältnisse des Atommülllagers Asse-II zu erwähnen. Das Bergwerk in Niedersachsen ist im Besitz von Bund und Freistaat Bayern. Betrieben wird es vom "Helmholtz Zentrum München" (HZM).

Aus dem Betrieb aller derzeit 17 Atomkraftwerke in Deutschland fallen übrigens jährlich ungefähr 400 Tonnen hochradioaktiver Atommüll an.

Hoffnung macht eigentlich nur noch, dass Generalsekretär der SPD, Hubertus Heil, die Atomenergie weiterhin als eine "nicht beherrschbare und keineswegs billige Technologie" bezeichnet hat, und für die SPD bekräftigt, sie halte am geordneten Ausstieg aus der Atomkraft fest. Weiter sagte er, wegen der Risiken und der Kosten würden weltweit immer mehr Atomkraftwerke vom Netz genommen und es sei blanker Unsinn, die Atomenergie als Beitrag zum Klimaschutz ins Feld zu führen. Das Märchen von der Renaissance der Atomkraft werde also ein Märchen bleiben.

Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass er mit seiner Einschätzung Recht behält. Mit Blick auf die Atomkraftwerke in Deutschland müsste die SPD dafür aber als Sieger aus der nächsten Bundestagswahl hervorgehen. Danach sieht es zur Zeit allerdings nicht gerade aus. Es gibt also noch viel zu tun für die SPD - auch in Bezug auf die vielen anderen Dinge, die uns Bürgern das Leben immer schwerer machen.

(Quellen: Nordsee-Zeitung, 15.07.2008, Hamburger Abendblatt, 16.07.2008, Greenpeace, Wikipedia, FORUM, Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.)

Dienstag, 15. Juli 2008

Haven Welten - Klimahaus


Das "Klimahaus® Bremerhaven | 8° Ost" am 14.07.2008

An der südwestlichen Seite des Klimahauses sind die ersten Teile der Glasverkleidung auf der Stahlkonstuktion angebracht worden. Rechts hinten wird gerade der zweite rote Baukran aus dem Inneren des Klimahauses herausgezogen. Die Fortschritte innerhalb des Hauses vollziehen sich natürlich im Verborgenen. Die Nordsee-Zeitung berichtete allerdings vor einigen Tagen darüber, dass die Aquarien das erste Mal testweise mit Wasser gefüllt worden seien.

Montag, 14. Juli 2008

Streubomben Made in USA

Na also: Es geht doch!

Weltweiter Druck auf politische Entscheidungen der USA führt manchmal doch zum Erfolg könnte man meinen.
  • Nach der Ächtung von Streubomben auf der Konferenz von Dublin haben die USA Konsequenzen gezogen, meldet die Nordsee-Zeitung am 11.07.2008.
Beim Weiterlesen entpuppt sich das ganze jedoch schnell wieder einmal als Mogelpackung. Die USA denken nämlich überhaupt nicht daran,
sich der Ächtung dieser bestialischen Waffen anzuschließen.

Stattdessen habe das US-Verteidigungsministerium angeordnet, mindestens 99% der Sprengsätze müssten sofort explodieren. Es verbleibt also weiterhin ein Rest von bis zu einem Prozent Blindgänger; bisher waren es zwischen fünf und dreißig Prozent.
  • Also doch ein Fortschritt? Ich sage: Nein!
Je nach Typ handelt es sich bei einer Streubombe um Pakete aus 200 bis 600 Einzelsprengsätzen: Pro Bombe wird es bei einem Prozent Blindgänger also weiterhin 2 bis 6 potentielle unschuldige Opfer geben. Jedes von ihnen ist eines zu viel!

Der eigentliche Skandal ist jedoch,
dass diese Anordnung erst ab dem Jahr 2018 gelten soll!

Außerdem frage ich mich ernsthaft, wer nach einem Streubombenangriff hinterher überprüfen soll, ob tatsächlich "nur" ein Prozent der Sprengsätze nicht explodiert sind, oder ob "unglücklicherweise" vieleicht zwei oder auch 20 Sprengsätze als Blindgänger liegen geblieben sind. Außerdem stellt sich die Frage: Warum gibt es bisher überhaupt fünf bis dreißig Prozent Blindgänger, wenn man diese Zahl mit einer einfachen Anordnung auf ein Prozent senken kann? Ist die hohe Anzahl an Blindgängern möglicherweise beabsichtigt? Und warum ordnet
das US-Verteidigungsministerium dann nicht an, dass es überhaupt keine Blindgänger mehr geben darf?